Beim Trinkwasser nicht auf der Leitung stehen – Teil 2

Beim Trinkwasser nicht auf der Leitung stehen – Teil 2

Im ersten Teil unseres Trinkwasser-Beitrags haben wir uns die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich angesehen. Hier stellen wir Ihnen nun vier Materialien näher vor, aus denen Wasserleitungen hergestellt wurden und werden: Blei, Kunststoff, Kupfer und Edelstahl.

 

Good Bye, Blei!

Gerade bei Renovierungen von Altbauten sollte man genau darauf achten, ob Blei für die Rohre verwendet wird. „Blei ist kein geeignetes Material für Wasserleitungen und sollte in keiner Trinkwasserinstallation mehr verbaut sein – gegebenenfalls sind Sanierungen alter Bleileitungen notwendig“, heißt es am Blog von wassertest-online.de. „Denn der Grenzwert für Blei ist nicht einhaltbar, wenn das Wasser durch Bleirohre fließt. Hier sind Hauseigentümer für die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte, insbesondere wenn das Wasser Mietern zur Verfügung gestellt wird, verantwortlich.“

Zusatz: „Trinkwasser aus Bleileitungen sollte nicht für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden. Doch auch für Erwachsene kann Blei im Trinkwasser gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.“

 

Kunststoff als Klassiker

 Das beliebteste Material für Wasserleitungen in Neu- und Bestandsbauten ist mittlerweile Kunststoff, der zu 100 Prozent korrosionsbeständig ist. Er ist einfach zu verarbeiten und bietet dank der glatten Oberfläche perfekten Schutz vor Inkrustationen. „So haben Keime im Trinkwasser keine Chance“, betont man bei Pipelife, Österreichs führendem Produzenten von Kunststoffrohren. „Hygienisch unbedenklich, chemisch beständig und ausgereifte, sichere Verbindungstechnik macht Kunststoff zur ersten Wahl der Installateure.“

Bei Pipelife wird besonderer Wert auf größtmögliche Sicherheit gelegt. Die Rohrsysteme entsprechen den aktuellen ÖNORMen und unterliegen den strengen Prüfrichtlinien der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW). Zum Beispiel das für die Sanitär- und Heizungsinstallation verwendete RADOPRESS Mehrschichtverbund-Rohrsystem von Pipelife wird nach ÖNORM EN ISO 21003 und der ÖVGW Prüfrichtlinie QS-W 301 geprüft. „Das für die Produktion von Rohren und Fittings verwendete Material ist von verschiedenen Gesundheitsorganisationen in europäischen Ländern wie Deutschland, Belgien, Frankreich, England, Italien und Hollandanerkannt“, unterstreicht man seitens Pipelife. Zudem überzeugen die Systemprodukte von RADOPRESS mit einer langen Lebensdauer von 50 Jahren.

 

Die Metallfraktion: Kupfer und Edelstahl

Wasserleitungen aus Kupfer sind extrem robust und halten sehr lange, gehen aber deutlich mehr ins Geld als Kunststoff. Außerdem ist die Installation aufwändiger und verlangt echte Könner. Einen wesentlichen Punkt gilt es zu beachten: „Nicht ratsam sind jedoch Wasserleitungen aus Kupfer, wenn der pH-Wert des Trinkwassers zu niedrig, also sauer ist, denn das birgt gesundheitliche Risiken. Eine regelmäßige Kontrolle von Kupferleitungen ist daher besonders wichtig“, so Tipp-zum-Bau. Aber: „Bei Wasserleitungen mit Zinnbeschichtung besteht die gesundheitliche Gefahr jedoch nicht.“

Last but not least, schauen wir noch zu Edelstahl, wo ebenfalls Langlebigkeit und Stabilität zu den Stärken zählen. Allerdings ist dieses Metall noch um eine Spur teurer als Kupfer. „Edelstahl wird im Bauwesen in erster Linie dort eingesetzt, wo Rostschutz und Hygiene im Vordergrund stehen“, sagen die Experten von Tipp-zum-Bau, die in ihrem Artikel u. a. einen Kostenvergleich sowie eine Vor-/Nachteile-Tabelle präsentieren. „Begründet ist dies durch die hohe Korrosionsbeständigkeit. Dies verhindert nämlich eine Reaktion des Edelstahls mit dem Trinkwasser.“

 

Hinweis für Wassertests in Österreich

Über die Stadt Wien gibt es ein Angebot, das Trinkwasser auf Bleigehalt untersuchen zu lassen – für einen Kostenbeitrag von 34,68 Euro pro Probe (Stand Mai 2019). Unter diesem Link finden Sie alle Details dazu.

Es gibt natürlich weitere Anbieter, die in modernen Labors Ihr Trinkwasser  auf vielfältige Inhaltsstoffe hin analysieren. Hier exemplarisch zwei Unternehmen, wo Sie die Qualität des kühlen Nass prüfen lassen können. Dort erfahren Sie auch zahlreiche Infos und Hintergründe eines qualifizierten Wasserchecks:

www.aqa-online.com

www.wossa.at

 

Mehr zum Thema: 

Tipp-zum-Bau: Super Überblick zum Thema Wasserleitungen 

Hintergründe zu Materialen für Wasserleitungen auf wassertest-online.de 

Österreichische Trinkwasserverordnung 

Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW 

Pipelife, Österreichs führender Produzent von Kunststoffrohren

Sanitär: Damit alles fließt 

„Wasser marsch! Aber wohin?“

Mit Luft und Wasser heizen


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