Damit es drinnen schön warm ist

Damit es drinnen schön warm ist

Sobald die Sonne schon am Nachmittag hinterm Horizont verschwindet, beginnt auch die Heizsaison. Und erst wenn es im eigenen Zuhause angenehme Temperaturen hat, fühlt man sich so richtig wohl. Allerdings gibt es bei der Heizung eine Vielzahl von Systemen, die sich sowohl in der Anschaffung als auch bei den lauernden Betriebskosten zum Teil beträchtlich unterscheiden. Wir liefern hier eine grobe Übersicht über die fünf gängigsten Formen.

Die Entscheidung für das persönlich bevorzugte Heizsystem ist eine, die ganz früh in der Planungsphase eines Neubaus oder einer Renovierung fallen sollte. Denn davon hängen zahlreiche weitere Punkte ab: ob notwendige Räumlichkeiten oder Grundstücksflächen oder spezielle Wandsysteme oder Zuleitungen notwendig sind. In der Folge stellen wir Ihnen diese Arten der Heizung vor: Erdwärmepumpe, Luft/Wasser-Wärmepumpe sowie Erdgas-, Heizöl- und Pellets-Heizung. Für die Gegenüberstellung der einzelnen Typen zeigt unser Schwesternblog von massivwerthaus.at ein Berechnungsmodell der Johannes Keppler Universität Linz , auf das wir hier ebenfalls zurückgreifen.

 

Erdwärme

Bei diesem System wird – vereinfacht ausgedrückt – Wärme aus dem Erdreich in die Heizung eingespeist. Das kann auf zwei Arten erfolgen: mit einem Erdkollektor, der flächenmäßig verlegt wird und eine gewisse Grundstücksgröße verlangt; oder mit einer Erdsondenanlage, die nach einer Tiefenbohrung vertikal in den Boden eingebracht wird und auch auf kleineren Liegenschaften möglich ist.

Für beide Formen der Erdwärmepumpe gilt, dass sie CO2-neutral sind, der Wartungsaufwand gering ist und die Aussicht auf eine Förderung besteht. Allerdings bleibt die Bindung an den Strompreis, zudem sind die anfänglichen Investitionen relativ hoch. Dennoch ist eine Erdwärmepumpe aufgrund der effektiven Energiegewinnung in Summe das preiswerteste und auch umweltschonendste aller hier präsentierten Heizsysteme.

Die Rechenbeispiele für die Kosten der einzelnen Systeme beziehen sich auf ein Einfamilienhaus mit einer Wohnnutzfläche von 145 Quadratmetern und vier Personen. Alle Kosten wurden auf durchschnittliche jährliche Beträge heruntergerechnet (Quelle: Ökologische, energetische und ökonomische Bewertung des Heizsystems Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Heizsystemen – Johannes Keppler Universität Linz).

Jährliche Investitionskosten: 1123,-

Laufende Kosten: 377,-

Gesamtkosten: 1500,-

 

Luft/Wasser-Wärme

Zwei weitere Elemente können genutzt werden, um es im Haus wohlig warm zu machen: nämlich Luft und Wasser. Dafür muss eine Wärmepumpe im Garten bzw. vor dem Haus installiert werden. Dieses System funktioniert folgendermaßen: Die Pumpe saugt Luft mittels eines Ventilators aus der Umgebung an und führt diese dem Verdampfer der Wärmepumpe zu. Die vorhandene thermische Energie wird dabei an ein Kältemittel abgegeben und mit Druck verdichtet. Das bewirkt einen Temperaturanstieg. Im letzten Schritt wird diese Wärme durch einen Wärmetauscher dem Wasserkreislauf zugeführt.

Die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen: Es ist weder ein Lagerraum noch ein Kamin notwendig. Und auch Fördermöglichkeiten sind gegeben. Selbst wenn die hohen Investitionskosten und die absolute Stromabhängigkeit abschreckend wirken, ist diese Heizform – betrachtet man die Gesamtkosten – günstiger als eine Pellets- und eine Erdöl-Heizung. Nur die Erdwärmepumpe und die Erdgas-Heizung schneiden besser ab.

Jährliche Investitionskosten Euro: 1.444,-

Laufende Kosten: 476,-

Gesamtkosten: 1.920,-

 

Pellets

Mit Holz heizt man seit jeher ein. Eine moderne Version davon sind die Pellets. Mittlerweile erfreuen sich Heizungen mit diesem Rohstoff großer Beliebtheit. Nicht zuletzt, weil die Versorgung durch österreichische Anbieter gewährleistet wird und die Chance einer Förderung besteht: Pellets sind CO2-neutral und somit eine umweltschonende Heizalternative.

Die Kosten sind allerdings um einiges höher als bei anderen Heizsystemen, sowohl bei der Anschaffung als auch bei den laufenden Kosten. Und schon wie bei den alten Holzöfen, ist auch heutzutage ein Lagerraum erforderlich. Das erhöht beim Bau natürlich die Errichtungskosten.

Jährliche Investitionskosten Euro: 1.243,-

Laufende Kosten: 787,-

Gesamtkosten: 2.030,-

 

Erdgas

Was die Kosten für den Kauf betrifft, steht der Gewinner fest: Die Erdgasheizung ist in der Anschaffung mit Abstand das günstigste Heizsystem. Zudem sprechen der geringe Platzbedarf sowie die einfache und saubere Instandhaltung für dieses Heizsystem. Vorausgesetzt ein Gasnetz steht zur Verfügung.

Mit einer Gasheizung ist man klarerweise an die internationalen Preise gebunden und damit möglichen Preisschwankungen ausgesetzt. Auch Horrorgeschichten von Explosionen und Vergiftungen durch Gasaustritte geistern häufig herum. Wir können aber beruhigen: Bei richtiger Wartung sind diese Risiken sehr niedrig.

Jährliche Investitionskosten: 712,-

Laufende Kosten: 938,-

Gesamtkosten: 1.650,-

 

Heizöl extraleicht

Die Silbermedaille im Vergleich der Anschaffungspreise holt sich die Ölheizung ab. Ebenso positiv zu bewerten sind der niedrige Wartungsaufwand und die einfache Auffüllung mittels Tankwagen. In den Gesamtkosten schneidet die Ölheizung aufgrund der hohen laufenden Ausgaben allerdings schlecht ab.

Darüber hinaus ist Öl ein Rohstoff, durch den man sich von Importen und dadurch von der Entwicklung am internationalen Markt abhängig macht. Problematisch ist des Weiteren der hohe CO2-Ausstoß im Vergleich zu Erdgas oder Wärmepumpen.

Jährliche Investitionskosten: 1.023,-

Laufende Kosten: 937,-

Gesamtkosten: 1.960,-

 

Alternative Heizsysteme

Bei den genannten Systemen gibt es logischerweise viele Varianten und Kombinationsmöglichkeiten. Dazu kommt noch, dass Sonnenenergie immer häufiger genutzt wird. Wie man das Thema Heizung in das Gesamtkonzept eines neuen Eigenheims einbauen kann, zeigt sich an drei Beispielen, über die wir bereits ausführlicher berichtet haben:

Sonnenhaus: Lass die Sonne rein

e4-Ziegelhaus: e4 = effizient + erschwinglich + erneuerbar + einzigartig

Passivhaus: Passiv, aber voll aktiv

 

Mehr zum Thema:

massivwerthaus.at: Fünf Heizsysteme im Überblick

Welcher Haustyp sind Sie?

Warum der Ziegel so ein Alleskönner ist

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