Bleiben wir am Boden – Teil 1

Bleiben wir am Boden – Teil 1

Kaum etwas berühren wir so oft in unserem Zuhause wie die Fußböden. Ok, rein zeitlich gesehen übertrifft wohl noch das Leintuch unsere Kontakthäufigkeit. Was Bett und Boden miteinander verbindet: Ein angenehmes Gefühl bei der Berührung ist ein wesentlicher Baustein für unsere Zufriedenheit. Auf den Boden bezogen trägt neben dem Außenbild auch der Aufbau eine bedeutende Verantwortung. In diesem zweiteiligen Blog-Beitrag betrachten wir beides: den Estrich und den Belag.

Es ist im Leben halt meist so, dass die Oberfläche nur einen Teil der Wahrheit, oder anders gesagt: der Wahrnehmung widerspiegelt. Beim Fußboden verhält es sich genauso. Denn ein makellos glänzender Untergrund kann zwar optisches Entzücken bereiten, dafür aber beim Betreten womöglich für spiegelglatte Überraschungen sorgen. Bevor wir uns jetzt in platten Oberflächlichkeiten verlieren, nehmen wir uns einen Boden einmal von unten nach oben vor.

 

Der Estrich ist kein Strich

Die Bezeichnung Estrich leitet sich vom Griechischen „ostrakon“ (= Scherbe, irdenes Täfelchen) bzw. vom Lateinischen „astracum“ (= Pflaster) ab. Wie auf Wikipedia nachzulesen ist, handelt es sich dabei um „den Aufbau des Fußbodens als ebenen Untergrund für Fußbodenbeläge. Estriche werden je nach entsprechender Art und Ausführung auch fertig nutzbarer Boden genannt.“

Auf dem Infoportal ist zudem im Detail beschrieben, dass für einen Estrich ein bestimmter Mörtel verwendet wird, der sich meist aus Sand und einem Bindemittel wie etwa Zement, Calciumsulfat, Magnesiumoxid oder Bitumen zusammensetzt. Allerdings kann auch ein Trockenestrich aus Fertigteilplatten eingebracht werden. Und wie wir in unserem Beitrag über Innenausbau bereits erwähnt haben, dient der Estrich zur Lastverteilung und beherbergt in vielen Fällen Heizungs- und Wasserrohre, Elektroschläuche sowie Materialien zur Wärme- und Schalldämmung.

 

Verantwortung als Bauherr

Wenn Sie die äußerst informative Wikipedia-Seite durchgearbeitet haben, kontaktieren Sie am besten einen Estrichleger-Fachbetrieb und teilen Sie dort Ihre Wünsche und Bedürfnisse mit. Haben Sie sich mit dem Unternehmen auf ein Angebot geeinigt haben, fehlt noch ein ganz wichtiger Punkt: Als Bauherr sind Sie dafür verantwortlich, dass der zu bearbeitende Boden ordnungsgemäß an den Estrichleger-Betrieb übergeben wird.

Diese Anforderungen umfassen u. a., dass der Boden gereinigt übergeben werden und eine Dampfbremse vorhanden sein muss. Welche weiteren Maßnahmen – auch während und nach der Verlegung des Estrichs – Sie zu treffen haben, erfahren Sie auf der Website des Verbands der österreichischen Estrichhersteller (VÖEH):  z. B. dass Zugluft unbedingt zu vermeiden ist (Rissgefahr!). Oder dass der Estrich je nach Stärke erst nach 4 bis 6 Tagen betreten werden darf. Oder welche Aushärtungszeit bei einer Fußbodenheizung notwendig ist.

 

Was ein Planer berücksichtigen muss

Ebenso empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich auf der VÖEH-Seite die Checkliste für den Planer und den Bauführer ansehen. Dort finden Sie alle Hintergründe zu Bodenhöhen, Elektroleitungen, Wärme- und Schalldämmungen, Wasseranschlüssen, Tragfähigkeiten, Austrocknungszeiten etc.

Im zweiten Teil des Blog-Beitrags über Böden widmen wir uns dann den unterschiedlichen Belägen: von Parkett und Kork über Laminat und Linoleum bis zu Fliesen und Teppich.

 

 

Mehr zum Thema

 

Wikipedia-Eintrag über Estrich

Hinweise für Bauherren vom Verband der österreichischen Estrichhersteller (VÖEH)

VÖEH-Checkliste für den Planer und den Bauführer ansehen

Blog-Beitrag über den Innenausbau

Andi Linger: Ran an den Innenausbau!

Effektiv Bauen mit der richtigen Planung

Baustart: Auf den Bauplatz, fertig, los!


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