Die Form vom Dach: von steil bis flach

Die Form vom Dach: von steil bis flach

Ein Dach hat mehrere Funktionen zu erfüllen: In erster Linie muss es gegen Wind und Wetter schützen, damit die Innenräume trocken und warm bleiben. Gleichzeitig soll es den Bewohnern natürlich optisch gefallen, zudem muss es auch behördlichen Vorgaben gerecht werden. Wir erklären Ihnen an dieser Stelle nun, welche Formen von Dächern es überhaupt gibt. 

Es ist ein Meilenstein für jeden Häuslbauer, wenn endlich das fertige Dach am Eigenheim montiert ist. Das hat auch Ex-Profisportler Andi Linger kurz vor Weihnachten auf seiner Baustelle erlebt (siehe Blog-Beitrag „Ein Dach als Weihnachtsgeschenk“). Der Doppelolympiasieger im Rennrodeln und seine Familie haben sich übrigens für ein sogenanntes Zeltdach entschieden – was es damit genau auf sich hat, erfahren Sie etwas später.

 

Ab wann ist steil?

Als allererstes Merkmal bei der Eindeckung von Häusern wird zwischen Steil- und Flachdach unterschieden. Letztere sind dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung des Dachs nicht mehr als 10 Grad betragen darf. Allerdings muss ein Flachdach eine Mindestneigung von 3 Grad aufweisen, damit Regenwasser gut abfließen kann. Ganz generell sind Flachdächer meist günstiger als Steildächer und vom Gewicht her leichter, dafür ist ein größerer Wartungsaufwand nötig und die Haltbarkeit kürzer als bei Varianten mit Dachziegeln. Außerdem sind Steildächer äußerst witterungsbeständig und bieten die Möglichkeit zum Ausbau des Dachbodens.

Steildächer sind daher weiterhin die geläufigste und beliebteste Form, mit denen private Bauherren in Österreich ihr Zuhause eindecken. Wobei man betonen muss, dass es eine Vielzahl von unterschiedlichen Arten gibt. Die bekannteste davon ist das Sattel- oder Giebeldach. Wie der Name schon besagt, werden die zwei Dachflächen wie ein Sattel angebracht und seitlich durch einen Giebel unterstützt. Das obere, waagrechte Ende, wo die zwei Flächen zusammenlaufen, wird als First bezeichnet. Der größte Vorteil eines Satteldachs ist die einfache und preiswerte Montage im Vergleich zu anderen Steildachformen.

 

Walm- und Zeltdach 

Eine etwas kompliziertere Konstruktion ist das Walmdach. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es auf vier Seiten – also auch dort, wo sich beim Satteldach der Giebel befindet – eine geneigte Dachfläche hat. Den oberen Abschluss bietet wiederum ein First. Neben den vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten spricht für ein Walmdach, dass es extrem stabil ist und dem Wind eine geringe Angriffsfläche bietet. Allerdings steht meistens weniger Platz am Dachboden zur Verfügung als bei einem Satteldach.

Eine besondere Form des Walmdachs ist das Zelt- oder Pyramidendach. Dabei münden die oberen Enden der vier Dachflächen nicht in einem First, sondern in einer Spitze. Genau diese Form haben auch Andi Linger und seine Familie gewählt. Einer der Vorzüge solcher Dächer ist, dass sie sowohl sehr flach als auch recht steil gebaut werden können. Bei Varianten mit wenig Neigung kann zwar der Dachboden kaum genutzt werden, dafür eignet sich diese Form hervorragend für Dämm-Maßnahmen gegen Kälte, Wärme und Schall. Zudem lassen sich optisch sehr ansprechende Bauweisen umsetzen – Stichwort: mediterraner Stil.

 

Mit Mansarden oder als Pult 

Ebenfalls aus design-technischen Gründen wird häufig das Mansarden- bzw. Mansarddach gewählt – wobei diese Form eher bei mondäneren und repräsentativeren Häusern zum Einsatz kommt. Ein weiteres hervorstechendes Merkmal des Mansardendachs ist, dass sich der Dachboden als zusätzlicher Wohnraum besonders gut nutzen lässt. Das wird dadurch erreicht, dass die Dachfläche im unteren Bereich um einiges steiler montiert wird als im oberen. Allgemein betrachtet ist eine solche Konstruktion meist ziemlich aufwendig, allerdings erlaubt die Art und Weise des „Knicks“ wieder eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten.

Meist viel einfacher, günstiger und unkomplizierter hingegen lässt sich ein sogenanntes Pultdach anbringen. Von dieser Bauweise ist die Rede, wenn ein Flachdach eine Neigung von mehr als 10 Grad aufweist. Diese Dachform hat u. a. den Vorteil, dass sie sich optimal für eine Solar- bzw. Photovoltaik-Anlage eignet, sofern die Dachfläche nach Süden ausgerichtet ist. Außerdem kann bei reglementierten Bauhöhen auf diese Art viel Wohnraum gewonnen werden. Nicht unterschätzen sollte man allerdings, dass sowohl bei Flach- als auch bei Pultdächern die Hitzeentwicklung in den oberen Geschossen im Sommer sehr groß sein kann.

So bald wie möglich planen

Neben den genannten Dachformen gibt es noch eine Menge an weiteren Arten, wie Sie Ihr Eigenheim eindecken können. Wie bei allen grundlegenden Themen des Hausbaus sollten Sie sich schon möglichst früh in der Planungsphase über jene Dachform beraten lassen, die für Sie am besten passt. Denn neben der Schutzfunktion und dem äußeren Aussehen sind auch lokale Gegebenheiten ein ganz entscheidender Faktor – das reicht vom Standort und dem Bebauungsplan (Thema: Bewilligungen) bis zur Finanzierung und Wirtschaftlichkeit im Alltagsbetrieb.

In unserem nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit den mannigfaltigen Vorzügen und Talenten der Ziegel von Tondach – denn auf diese schwört auch Doppelolympiasieger Andi Linger.

 

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Einen guten Überblick mit Grafiken über die verschiedenen Dachformen gibt es auf Wikipedia

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