Lass die Sonne rein!

Lass die Sonne rein!

Ein Sonnenhaus ist ein besonders nachhaltiges Konzept und schützt die Umwelt in vielfältiger Hinsicht: Man verzichtet auf fossile Energieträger, sorgt für wenig bis gar keinen CO2-Austausch und hält auch die Kosten für Heizung, Warmwasser und Strom extrem gering. Wir zeigen auf, welche Merkmale diesen Haustyp, bei dem hauptsächlich auf solare Energie gesetzt wird, auszeichnen. 

Energieautark und umweltschonend sind zwei Schlagworte, die bei der Errichtung eines Hauses eine immer größere Bedeutung erlangen. Denn einerseits ist man mit einem derartig gestalteten Gebäude unabhängiger vom globalen Energiemarkt (Erdöl, Erdgas oder Kohle), der sich gerade in Zeiten von starken internationalen Umbrüchen im permanenten Wandel befindet. Und andererseits wird mit einem zukunftsweisenden Projekt wie einem Sonnenhaus der langfristige Klimaschutz in starkem Ausmaß unterstützt.

 

Was ein Sonnenhaus ausmacht

Prinzipiell handelt es sich bei einem Sonnenhaus um ein Niedrigenergiehaus, das einen Heizwärmebedarf von 45 kWh/m2 nicht überschreiten darf. Damit man diesen Wert erreicht, ist es nötig, solare Energie in einem Umfang von mindestens 50 Prozent für die Haustechnik zu nutzen: also für Heizung und Warmwasser, aber ebenso für die Stromversorgung, wie wir später noch sehen werden. All das sorgt neben geringeren Kosten auch dafür, dass höchster Wohnkomfort und ein gesundes Raumklima garantiert werden.

Wenn wir vorerst bei den Heizkosten bleiben, ergeben sich folgende Vorteile, wie man von Seiten der Initiative Sonnenhaus Österreich betont: „Dienten Sonnenkollektoren bislang vorrangig nur der Warmwassergewinnung und zur Unterstützung der Raumheizung, so ermöglicht das Sonnenhaus nunmehr die Nutzung der Sonne als Primärenergie für die Heizung. Dank der intelligenten Speicherung der Sonnenwärme in Wassertanks und den massiven Ziegelwänden „lebt“ das Sonnenhaus ganzjährig fast ausschließlich von und mit der Sonne. Auch im Winter, wo kleine Kamin- oder Pelletsöfen ökologische Heizungsunterstützung bieten.“

 

Die Grundlage für die besten Werte

Damit die eben genannten Effekte erreicht werden, ist es entscheidend mit großflächigen Kollektorflächen im Ausmaß von rund 25 bis 50 Quadratmetern zu arbeiten – je nach Größe und Wärmebedarf des Hauses. Die Kollektoren werden südseitig am Dach oder an der Fassade in möglichst steilem Winkel angebracht. Dadurch schafft man es auch im Winter, die Energie der dann niedriger stehenden Sonne optimal zu nutzen.

Die Speicherung der Sonnenenergie kann auf zwei Arten erfolgen: Im ersten Fall gelingt das durch große Pufferspeicher in Form von Wassertanks mit etwa 4 bis 10 Kubikmetern Volumen. Eine zweite Möglichkeit wird als Bauteilaktivierung bezeichnet. Dabei wird die gewonnene Solarenergie durch besondere bauliche Maßnahmen in den Betondecken, Bodenplatten oder Ziegelinnenwänden gespeichert und bei Bedarf darauf zurückgegriffen.

 

Der Ziegel als Baustoff der Wahl

Wie schon gesehen, spielt das ideale Verhältnis von Wärmespeicherung und Wärmedämmung in einem Sonnenhaus eine große Rolle. Daher bewährt sich bei Wänden, Decken und Dächern der Ziegel als vorrangiger Baustoff, der neben einer guten Energiebilanz auch für besonderen Wohnkomfort sorgt: Denn durch die Ziegelbauweise bleiben die Räumlichkeiten im Winter ohne zusätzliche Dämmung angenehm warm und im Sommer erfrischend kühl, ohne dass dafür extra in Klimaanlagen investieren werden müsste.

Sonnenhaus 4.0 – die nächste Ebene

 Welche innovativen Möglichkeiten sich durch die Sonnenhaus-Technologie ergeben können, wird in diesem Video über eine Familie aus Oberösterreich besonders anschaulich dargestellt. Mit dem sogenannten Sonnenhaus 4.0 wird nicht nur Wärme, sondern auch Strom gewonnen, wodurch das Haus praktisch zum „Kraftwerk“ wird.

Die Werte dieses Projekts sind beeindruckend: Für 170 Quadratmeter Wohnfläche sind jährlich nur 140 Euro Heiz- und Stromkosten nötig. Mit einer 27 Quadratmeter großen Kollektorfläche werden 75 Prozent des Energiebedarfs des Gebäudes abgedeckt. Der Rest stammt von einem Lehmspeicherofen. Zudem wird der gesamte Strom für den Haushalt und ein Elektro-Auto aus einer Photovoltaikanlage gewonnen und die überschüssige Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Generell ist zu sagen, dass für die Errichtung eines Sonnenhauses meist mehr Budget eingeplant werden muss als für konventionell beheizte Gebäude. Betrachtet man allerdings die lange Nutzungsdauer solcher Häuser sowie die unsichere Entwicklung am Rohstoffmarkt und den Beitrag zum Klimaschutz, zahlt sich eine solche Investition mit Sicherheit aus. 

 

Weitere Infos zum Thema 

In welche Kategorien neue Gebäude eingeordnet werden und was die Bezeichnungen Niedrigenergiehaus, e4-Ziegelhaus, Sonnenhaus und Passivhaus bedeuten, erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag.

Vorteile, Projekte, Partner, Seminare u. v. m. – wirklich alles, was Sie rund ums Sonnenhaus wissen müssen, finden Sie auf der Website der Initiative Sonnenhaus Österreich.

Wie innovativ das Konzept Sonnenhaus umgesetzt werden kann, ist in diesem spannenden und informativen Video zu sehen.  

Der Ziegel ist immer noch der beliebteste Baustoff der Österreicher. Was seine besonderen Qualitäten ausmacht, lesen Sie in folgendem Blog-Beitrag.

Dass man durch die Verwendung von Ziegeln auch einen großen Beitrag für den Umweltschutz leistet, haben wir hier aufbereitet.

 

Foto: Robert Barker


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