Selber bauen oder bauen lassen

Selber bauen oder bauen lassen

Aus Kostengründen wollen viele Bauherren so viel wie möglich selbst machen. Doch Vorsicht: Wer handwerklich und technisch nicht versiert ist, stößt schnell an seine Grenzen. Zudem müssen gesetzliche Vorgaben und das Thema Gewährleistung unbedingt beachtet werden. Fazit: Um eine Baufirma oder ein Architektenbüro des Vertrauens kommt man nur schwer herum.  

Man muss ja nicht gleich die Schwarze Häuslbauer-Komödie „Hinterholz 8“ mit Roland Düringer ins Rennen bringen. Trotzdem zeigen sich in dieser witzig-tragischen Darstellung eines Do-it-yourself-Bauherren eine Vielzahl an durchaus realistischen Fallstricken, die man in der ersten Euphorie vielleicht nicht sehen will. Daher sollten Sie sich vor Baubeginn ganz genau überlegen, was Sie wirklich selber leisten können und wollen.

 

So einfach loslegen geht nicht

Bevor Sie selbst Hand anlegen, muss Ihnen aber auch klar sein, dass Sie als Bauherr sowohl einen offiziellen Planungs- als auch Baustellenkoordinator benötigen. Diese beiden Positionen gewährleisten, dass rechtlich alles in Ordnung ist und auch sicherheitsrelevante Aspekte berücksichtigt werden. Wenn Sie einen Baumeister oder ein Architektenbüro beauftragen, ist diese Leistung praktisch immer miteingeschlossen.

 

Ganz individuell oder von der Stange?

Die oft entscheidende Frage ist: „Will ich einen Architekten beauftragen oder ein Haus von der Stange?“ Natürlich gibt es auch dazwischen eine Vielzahl von Varianten. Holt man einen Architekten ins Boot, hat dies den Vorteil, dass das gesamte Bauvorhaben durchgeplant wird: von der Nutzung des Grundstücks über die optimale Aufteilung der Räumlichkeiten bis zu den verwendeten Materialien. Auch viele Baumeister bieten diese umfassenden Dienstleistungen an. Allerdings hat man durch den Architekten meist eine zusätzliche unabhängige Instanz, die einen bei der Kontrolle des Baufortschritts und der Qualitätssicherung unterstützt.

Gerade bei der Entwicklung von Baustoffen und Technologien sind die Fortschritte oft sehr rasant. Daher veranstaltet Wienerberger regelmäßig Schulungen, um Architekten, Baumeistern und deren Mitarbeitern die neuesten Produkte, Arbeitsweisen und Herstellungstechniken näherzubringen. Vor allem in den Bereichen Nachhaltigkeit und Beständigkeit von Gebäuden bzw. Baustoffen herrscht eine rege Innovationsfreude, die auf lange Sicht oft Kosten spart.

 

Eigenleistung & Nachbarschaftshilfe

Auch wenn Sie handwerklich recht geschickt sind, sollten Sie stets beachten, dass es auf selbstausgeführte Arbeiten keine Garantie und Gewährleistung gibt. Das betrifft natürlich auch Verwandte, Bekannte und Nachbarn, die Tätigkeiten für Sie erledigen. Zudem müssen Sie aufpassen, dass Nachbarschaftshilfe nur dann erlaubt ist, wenn keine Geldbeträge (egal in welcher Höhe) fließen. Auch bei Gegengeschäften – z. B. „Du mauerst mir das Haus, dafür reparier ich dein Auto“ – sind die gesetzlichen Gebühren und Abgaben zu zahlen. Als Bauherr sind Sie voll verantwortlich für jegliche Verstöße. Das gilt ebenfalls für Arbeitsunfälle auf der Baustelle, wenn etwa ein Helfer nicht versichert ist.

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ebenfalls

Haben Sie eine Baufirma oder ein Architektenbüro ins Auge gefasst, dann besichtigen Sie bereits errichtete Häuser dieses Unternehmens und sprechen Sie mit den darin wohnenden Menschen über ihre Erfahrungen. Bevor Sie den Bauvertrag unterschreiben, sollten Sie alle angeführten Leistungen noch von einem externen Experten prüfen lassen. Auch der Einsatz von bestimmten Materialien und ausgewählten Markenprodukten sollte vertraglich festgelegt sein.

Sobald es losgeht, sollten Sie zumindest zwei Mal wöchentlich auf der Baustelle vorbeischauen und den Dialog mit dem Bauleiter und den Handwerkern suchen. Stellen Sie ruhig Fragen, aber strapazieren Sie dabei die Nerven der Arbeiter nicht allzu sehr. Dokumentieren Sie auch die einzelnen Baufortschritte und fotografieren Sie eventuelle Mängel. Sollten Sie generelle Zweifel an der Ausführung und Qualität des Bauvorhabens hegen, dann scheuen Sie sich nicht, einen unabhängigen Baubegleiter heranzuziehen. Denn Schäden, die noch im Prozess behoben werden können, kommen zumeist billiger als langwierige Nachverhandlungen. Aber wir wollen jetzt nicht den Teufel an die Wand malen wie in „Hinterholz 8“, sondern Ihnen viel Freude bei einem der größten Vorhaben Ihres Lebens wünschen.

 

 

Weiterführende Links

Welche Möglichkeiten Sie zum Mitanpacken und Geldsparen haben, sind auf unserem Schwestern-Blog von Wienerberger Massivwerthaus nachzulesen: https://www.massivwerthaus.at/mitanpacken-und-geld-sparen-beim-hausbau-die-moglichkeiten/

Auf diesen zwei Seiten erfahren Sie mehr über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Sie als Bauherr berücksichtigen müssen: http://www.bausicherheit.at/service/gesetze-und-rechtsprechung/

http://www.rechtambau.at/Artikel/Mitwirkungspflichten-des-Bauherren-%E2%80%93-Koordination-als-grundlegende-Bauherrenpflicht

 


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