Mit Luft und Wasser heizen

Mit Luft und Wasser heizen

Wie voriges Mal versprochen, widmen wir uns heute dem Thema, wie man aus Luft und Wasser die nötige Energie für Heizungs-, Kühlungs- und Warmwassersysteme gewinnt. Gleich vorweg, es gibt eine Vielzahlt an Möglichkeiten – mit einem gemeinsamen Nenner: entsprechende Wärmepumpen machen sich die Eigenschaften der beiden Elemente entweder in einzelner oder kombinierter Form zunutze.  

Es stecken natürlich geniale technologische Entwicklungen dahinter, wie sich aus Luft und/oder Wasser jene Energiemenge erzeugen lässt, damit es sich zuhause wohlig warm anfühlt. Dabei ist das Prinzip für Lösungen, die als Luft-Luft-, Luft-Wasser- oder Grundwasser-Wärmepumpe bezeichnet werden, eigentlich recht simpel – und ähnelt jener bei der Gewinnung von Energie durch Erdwärme – siehe Blog-Beitrag: Die Wärme, die aus der Erde kommt.

Um diesen innovativen Prozess zu veranschaulichen, bringen es die Experten von waermepumpen.info folgendermaßen auf den Punkt: „Eine Möglichkeit, die Sonne als Energielieferant zu nutzen, bieten Luftwärmepumpen. Die Energie der Sonne wird nicht nur im Erdboden gespeichert, sondern auch in der Umgebungsluft. Bei Luftwärmepumpen wird die Außenluft daher mittels eines Ventilators angesaugt und mithilfe einer Wärmepumpe für Heizzwecke oder zur Warmwasserbereitung aufbereitet.“ Wie die geläufigsten Systeme funktionieren stellen wir nun näher vor.

 

Luft-Luft-Wärmepumpe

 Wenn man generell von Luftwärmepumpen – also Luft-Luft und Luft-Wasser – spricht, dann lassen sich beide Lösungen rein bürokratisch betrachtet sehr einfach errichten. Im Gegensatz zu Erd- und reiner Wasserwärme sind weder berg- noch wasserrechtliche Genehmigungsverfahren nötig. Noch dazu ist die Luft ein frei vorhandener Energieträger und der Platzbedarf für die Anlage mit etwa einem Kubikmeter im Innen- oder Außenbereich sehr gering.

Wenn wir die Luft-Luft Wärmepumpe genauer betrachten, ist auffällig, dass dabei kein Kreislauf aus Kältemittel zum Einsatz kommt. „Stattdessen verfügt sie über einen Plattenwärmetauscher, der die Abluft mit der Zuluft kreuzt und in dem die Wärme der Abluft an die frische Zuluft abgegeben wird“, wie die Profis von waermepumpen.info erklären. Mit dem Zusatz: „Luft-Luft-Wärmepumpen bieten sich für Häuser mit einem geringen Heizbedarf an. Das sind im Normalfall Passiv- oder Niedrigenergiehäuser. Außerdem bieten sie den großen Vorteil, dass sie durch ihre Funktionsweise gleichzeitig für die sogenannte Zwangsbelüftung sorgen können. Diese ist bei luftdichten Häusern vorgeschrieben. Ist das Haus optimal gedämmt, kann die Wärmepumpe sogar noch für die Warmwasseraufbereitung hinzugezogen werden.“

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Der Unterschied zur Luft-Luft-Variante ist, dass die angesaugte Wärme an ein Kältemittel abgegeben wird. Durch die Einwirkung von Druck steigt die Temperatur dann zusätzlich. Die so gewonnene Energie gelangt danach in den Wärmetauscher und in weiterer Folge in den Wasserkreislauf der Heizung. Das Kältemittel, das inzwischen wirklich kalt ist, aber immer noch richtig Druck draufhat, wird übrigens „durch das Expansionsventil entspannt“, wie es im Fachjargon heißt.

Wie gesagt, ist für die Luft-Wasser-Wärmepumpe nur wenig Platz nötig. Wieder gilt: sowohl drinnen als auch draußen stellt kein Problem dar und die Errichtungskosten sind recht gering. Ein Nachteil ist allerdings, dass bei besonders tiefen Lufttemperaturen im Winter die Leistung manchmal etwas abfallen kann. Wer auf Nummer sicher geht, installiert für solche Extremfälle eine weitere kleine Heizmöglichkeit, etwa mit Strom oder Holz.

 

Grundwasser-Wärmepumpe

Diese Form heißt auch Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Die Wirkungsweise des Systems beschreiben unsere Kolleginnen und Kollegen vom Schwesternblog auf massivwerthaus.at ganz vortrefflich: „Selbst an kältesten Tagen beträgt die Temperatur des Grundwassers zwischen 8 und 12 Grad Celsius. Das Wasser wird hierbei dem sogenannten Entnahmebrunnen entzogen, die Wärmepumpe entzieht dem Wasser die Wärmeenergie und führt es anschließend wieder dem Schluckbrunnen bzw. dem Erdreich zu. Die beiden Brunnen müssen mindestens 15 Meter Abstand voneinander haben.“

Ein wichtiger Punkt bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist, dass genug Grundwasser vorhanden ist: mindestens 160 Liter pro Stunde je Kilowatt Heizleistung. Das muss von einem dafür beauftragten Gutachter geprüft werden. Darüber hinaus muss auch die zuständige Landesregierung die Anlage genehmigen. Aber alles in allem ist dieses System sehr effektiv und kostengünstiger als diverse Erdwärmesysteme, jedoch muss für die Errichtung der Brunnen zusätzliches Budget eingeplant werden.

 

Mehr zum Thema
 

Infos zu Luftwärmepumpen u. v. m. auf waermepumpen.info

Die Wärme, die aus der Erde kommt

Heizsysteme-Überblick

Blog-Beitrag auf massivwerthaus.at, u. a. zu Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Welcher Haustyp sind Sie?


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